Logistik und Transport in der Stahlbranche

Versteckte Kostentreiber

„Um die Logistik- und Transportkosten pro Stück zu ermitteln, kalkulieren viele Unternehmen natürlich die Kosten für Personal, Fahrzeuge und Kraftstoff sowie Posten für Wartung und Instandhaltung der Flotte. Auch Mautgebühren, Transitkosten und Versicherungsprämien werden hinzuaddiert. Nicht immer bedenken Entscheider, dass ebenfalls Kosten für Verwaltungsräume und Stellplätze der Fahrzeuge oder Zinsen für laufende Kredite zur Finanzierung der Fixkosten anfallen. Doch die eigentlichen Kostentreiber wie bspw. eine suboptimale Disposition, tauchen überhaupt nicht in der Berechnung auf“, verdeutlicht Marcel Hergarten, geschäftsführender Gesellschafter der Stahlspedition Hergarten. Viel stärker als beispielsweise steigende Spritpreise wirkt sich bei Stahlhändlern und Stahlproduzenten nämlich eine suboptimale Touren- und Einsatzplanung von LKW und Fahrern auf die Logistikkosten aus. Unnötige Kosten entstehen ebenfalls, wenn ein Unternehmen bei Lieferspitzen oder bei Krankheit eines Mitarbeiters Laderaum hinzukaufen muss – dieser kann je nach Marktsituation teuer sein. Durch Outsourcing an spezialisierte Dienstleister werden solche Kostenfaktoren eliminiert, denn Logistik- und Transportdienstleister setzen eine entsprechende Software ein, die eine optimierte Tourenplanung ermöglicht. „Allein durch geschickte Disposition reduzieren wir bei unseren Kunden die Anzahl der bislang eingesetzten LKW spürbar“, berichtet Marcel Hergarten. Zudem führen zahlreiche Synergieeffekte zu einer höheren Effizienz des Dienstleisters. Dieser beschafft bei Bedarf natürlich auch günstigen zusätzlichen Laderaum. Doch auch bei einem Logistik-Outsourcing ist Vorsicht geboten, Marcel Hergarten rät: „Wenn sich Unternehmen aus den Bereichen Stahlproduktion, Stahlhandel und Distribution dazu entschließen, den Fuhrpark auszulagern, sollten sie nur mit einer hochspezialisierten Spedition zusammenarbeiten, die über langjährige Erfahrung und Know-how im Stahltransport verfügt“.